Arzneimitteltherapie

Lebewesen sind so aufgebaut, dass sie vor dem Eindringen schädlicher Substanzen bestmöglich geschützt sind. Beispiele für diese Schutzfunktio-
nen sind die Produktion von Magensäure oder auch die Bildung von Horn-
haut an stark beanspruchten Stellen. Durch eine Verletzung oder einen medizinischen Eingriff, z.B. eine Operation oder eine Infusion, können diese Barrieren geschwächt oder überschritten werden. Körperfremde Substanzen können ungehindert eindringen und eine Infektion verursachen.

Aber auch Medikamente müssen, um wirksam zu werden, die Schutzbar-
rieren des Körpers überwinden. Oral aufgenommene Wirkstoffe müssen beispielsweise den Weg durch das saure Milieu des Magens bis in den Dünn-
darm unbeschadet überstehen. Die meisten Wirkstoffe sind in Form von Ta-
bletten erhältlich. Vielen Menschen fällt vermutlich gar nicht auf, was für eine komplexe Technologie hinter dieser unscheinbar zusammengepressten Arzneiform steckt.
Die Beschaffenheit des Organismus steht fest - also kann man an der Ta-
blettenform Variationen vornehmen, damit sich die Wirkstoffe jeweils optimal entfalten können. So schützt z.B. ein säureresistenter Überzug den Wirkstoff vor der aggressiven Magensäure - oder andersherum den Magen vor einem schädlichen Wirkstoff. Auch eine exakte Abgabe des Wirkstoffs über einen längeren Zeitraum ergibt sich nicht von selbst, sondern ist Ergebnis langer, aufwändiger Forschungsarbeit.

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